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1 Jahr danach – FINAL FANTASY XIV: A REALM REBORN

von Anne Zarnecke am 30. November 2014

2010 enttäuschte Square Enix viele Fans mit Final Fantasy XIV(14): A Realm Reborn. Grafisch gesehen gab es nichts auszusetzen, auch der Soundtrack begeisterte. Das Problem lag im Gameplay: unübersichtliche Menüs und schnarchige Quests. Diese Niederlage wollte das Entwicklerteam nicht auf sich sitzen lassen, also starteten sie noch einmal durch. Das Ergebnis kann sich sehen lassen. Seit ca. einem Jahr ist Final Fantasy „A Realm Reborn“ nun als kostenpflichtiges Online-RPG erhältlich. Haben wir das Spiel verpennt, oder warum kommt dieser Artikel ein Jahr nach Veröffentlichung?

Meiner Meinung nach ist es fast unmöglich, ein Online-Spiel nach einigen Monaten, geschweige denn Wochen zu bewerten. Hier geht es nämlich nicht um eine ansehnliche Kampagne, es geht nicht mal zwangsläufig um die Grafik. Im Online-Bereich, sowohl Free-2-play als auch kostenpflichtig, geht es vor allem um den Content. Wenn ein Entwicklerteam einen guten Start mit einer schönen Kampagne und toller Grafik liefert, dann ist der Spieler natürlich erst einmal zufrieden. Rollenspiel-Titan „World of Warcraft“ zeigt, wie es gemacht wird. Jährlich neue Add-Ons, viel Fankontakt und PR. Viele Online-Spiele scheitern genau daran. Oft wird unterschätzt, dass man bei dieser Art von Spiel nach dem Release noch mehr Arbeit reinstecken muss als davor. Die Folge ist eine riesige Ansammlung von 08/15 Fantasy-RPGs ohne wirkliche Handlung oder Sinn. Hat es Square Enix mit Final Fantasy XIV geschafft, aus dem Einheitsbrei hervorzutreten?

Willkommen in Eorzeaxplorer-ff-realm-reborn

Final Fantasy XIV „A Realm Reborn“ ist ein eigenständiges Spiel, es kommen also keine bereits bekannten Charaktere aus dem Franchise vor. Auf dem Planeten Hydaelyn befindet sich das von den Göttern geliebte Land Eorzea. Der Urkristall ist die Seele Hydaelyns, ihm sind die Gaben der Natur zu verdanken. Eorzeas Geschichte wird von zwei wechselnden Zyklen bestimmt: dem gedeihenden Zeitalter des Lichts und dem verhängnisvollen Zeitalter der Schatten. Nach der siebten Ära des Schattens startet nun also das Zeitalter des Lichts. Hydaelyn trägt tiefe Narben von vergangenen Kämpfen, nun droht jedoch die endgültige Finsternis. Die Truppen des garleischen Kaiserreichs rücken immer näher. Eorzea muss sich gewaltigen Gefahren stellen. Du (wer auch sonst) wirst von der Stimme des Kristalls geführt und trägst die letzte Hoffnung für die einst so friedliche Welt. Das Abenteuer beginnt.

final-fantasy-xiv-xplorerAll-In-One Klassensystem

Wie auch in anderen Spielen wählt man nun den Helden der Geschichte aus. Als Rassen stehen beispielsweise die katzenähnlichen Miqo’te oder die gigantischen Roegadyn zur Verfügung. Nach einem recht ausführlichen Charakter-Editor geht es zu der Klassenauswahl. Diese lässt erfreulicherweise viel Auswahl zu. So gibt es beispielsweise nicht einfach nur „den Magier“. Die typischen Klassen wurden hier also noch weiter unterteilt. So ist ein Magier unterteilt in Thaumaturgen, Hermetiker und Druiden. Square Enix hat in Sachen Klassenauswahl sogar noch etwas weiter gedacht. Statt dem Spieler am Anfang einfach nur einer Klasse zuzuordnen, wird hier auch später noch die Wahl gelassen. Sobald man mit seinen Charakter Level 10 erreicht hat, steht es einem frei, eine neue Starterklasse freizuschalten. Im Laufe des Spiels spielt man also nach Lust und Laune verschiedene Klassen frei. Eine sehr schöne Idee. Meist hat man am Anfang eines Spiels noch keine Ahnung, wie sich die einzelnen Klassen überhaupt spielen. Statt ständig neue Charakter zu erstellen bietet Square Enix hier also eine spielerfreundlichere Variante.

Neben den acht verschiedenen Klassen von Magiern und Kriegern stehen auch noch Jobs zur Verfügung. Diese kann man als Erweiterung der Klassen zählen. So wird man im Handumdrehen zum kochenden Gladiator oder zaubernden Schmied. Man merkt: An Individualisierung fehlt es in Final Fantasy XIV definitiv nicht.

xplorer-final-fantasy-xivWas hat sich verbessert?

Das alles klingt ja schön und gut, aber was ist mit den Fehlern aus der vergangenen Version passiert? Nachdem viele Gamer bei der 2010 veröffentlichten Version unzufrieden waren mit dem Aufbau der Menüs, setzte Square Enix zuerst hier an. Mit einer ca. fünfminütigen Einführung werden die Steuerung und die einzelnen Menüs erklärt. Das klingt vielleicht unspektakulär, weil so etwas eigentlich immer der erste Schritt sein sollte. Im Vorgänger war das jedoch nicht der Fall. Manche Spieler wussten nicht mal, mit welcher Taste sie ihren Charakter steuern sollten und starben dank Unwissen. Ein so frustrierender Start verdirbt dann schon die Lust auf das eigentliche Spiel. Auch die Quest-Einöde wurde aufgestockt. Jetzt steht eine Vielzahl von Quests zur Auswahl. Interessanter wird es dadurch jedoch nicht wirklich. Oftmals findet man sich in einer „Töte x, bringe Item y“-Situation wieder. Sehr eigen ist auch die Entscheidung, keine Dialoge (außer in der Hauptkampagne) zu vertonen. So klickt man vielleicht viele der Dialoge einfach weg, anstatt einer spannenden Story zu lauschen. Interessanter sind dafür die sogenannten FATE-Events. FATE-Events sind zeitabhängige Ereignisse. Sie unterscheiden sich nach Level und Tageszeiten. Das verhindert ein stumpfes Wiederholen gleicher Events. Einige sind zwar allein zu meistern, oftmals ist es aber praktischer, im Team anzutreten. Allgemein wird in Final Fantasy XIV viel auf Teamgeist gesetzt, als Magier kannst du dich nun mal nicht alleine den riesigen Monstern stellen. Um an ihnen teilnehmen zu können, trittst du einfach in den markierten Bereich ein. Als Belohnung winken dem Level entsprechend hohe Belohnungen.

Fazit

Hut ab für Square Enix. Nicht jedes Entwicklerteam hätte sich getraut, ein verkorkstes Spiel umzukrempeln und erneut auf den Markt zu werfen. Final Fantasy XI V „A Realm Reborn“ ist jetzt ein würdiger Konkurrent in der Fantasy-RPG-Szene. Die Beschwerden der Gamer an das Team wurden akzeptiert und umgesetzt. Daran könnten sich einige Entwickler ein Beispiel nehmen. Mit dem recht standardisierten Gameplay ist es natürlich kein World of Warcraft 2 und auch keine atemberaubende Neuschöpfung. Mit dem typischen Final-Fantasy-Charme, stimmigen Soundtrack und schöner Optik kann es sich jedoch definitiv sehen lassen. Auch der finanzielle Faktor ist bis jetzt ausgeglichen durch viele neue Inhalte wie die erste angekündigte Erweiterung.

Details
Item Reviewed

Final Fantasy XIV: A Realm Reborn

Author
30. November 2014
Release

24. August 2013

Publisher

Square Enix

Entwickler

Square Enix

Genre

MMORPG

Plattform

PC, PlayStation 3 & PlayStation 4

Irgendwas mit Videospielen, Musik und Comics. Bärte sind die besseren Menschen.
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