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1 Jahr danach – FINAL FANTASY XIV: A REALM REBORN

2010 enttäuschte Square Enix viele Fans mit Final Fantasy XIV(14): A Realm Reborn. Grafisch gesehen gab es nichts auszusetzen, auch der Soundtrack begeisterte. Das Problem lag im Gameplay: unübersichtliche Menüs und schnarchige Quests. Diese Niederlage wollte das Entwicklerteam nicht auf sich sitzen lassen, also starteten sie noch einmal durch. Das Ergebnis kann sich sehen lassen. Seit ca. einem Jahr ist Final Fantasy „A Realm Reborn“ nun als kostenpflichtiges Online-RPG erhältlich. Haben wir das Spiel verpennt, oder warum kommt dieser Artikel ein Jahr nach Veröffentlichung?

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Meiner Meinung nach ist es fast unmöglich, ein Online-Spiel nach einigen Monaten, geschweige denn Wochen zu bewerten. Hier geht es nämlich nicht um eine ansehnliche Kampagne, es geht nicht mal zwangsläufig um die Grafik. Im Online-Bereich, sowohl Free-2-play als auch kostenpflichtig, geht es vor allem um den Content. Wenn ein Entwicklerteam einen guten Start mit einer schönen Kampagne und toller Grafik liefert, dann ist der Spieler natürlich erst einmal zufrieden. Rollenspiel-Titan „World of Warcraft“ zeigt, wie es gemacht wird. Jährlich neue Add-Ons, viel Fankontakt und PR. Viele Online-Spiele scheitern genau daran. Oft wird unterschätzt, dass man bei dieser Art von Spiel nach dem Release noch mehr Arbeit reinstecken muss als davor. Die Folge ist eine riesige Ansammlung von 08/15 Fantasy-RPGs ohne wirkliche Handlung oder Sinn. Hat es Square Enix mit Final Fantasy XIV geschafft, aus dem Einheitsbrei hervorzutreten?

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Willkommen in Eorzeaxplorer-ff-realm-reborn

Final Fantasy XIV „A Realm Reborn“ ist ein eigenständiges Spiel, es kommen also keine bereits bekannten Charaktere aus dem Franchise vor. Auf dem Planeten Hydaelyn befindet sich das von den Göttern geliebte Land Eorzea. Der Urkristall ist die Seele Hydaelyns, ihm sind die Gaben der Natur zu verdanken. Eorzeas Geschichte wird von zwei wechselnden Zyklen bestimmt: dem gedeihenden Zeitalter des Lichts und dem verhängnisvollen Zeitalter der Schatten. Nach der siebten Ära des Schattens startet nun also das Zeitalter des Lichts. Hydaelyn trägt tiefe Narben von vergangenen Kämpfen, nun droht jedoch die endgültige Finsternis. Die Truppen des garleischen Kaiserreichs rücken immer näher. Eorzea muss sich gewaltigen Gefahren stellen. Du (wer auch sonst) wirst von der Stimme des Kristalls geführt und trägst die letzte Hoffnung für die einst so friedliche Welt. Das Abenteuer beginnt.

final-fantasy-xiv-xplorerAll-In-One Klassensystem

Wie auch in anderen Spielen wählt man nun den Helden der Geschichte aus. Als Rassen stehen beispielsweise die katzenähnlichen Miqo’te oder die gigantischen Roegadyn zur Verfügung. Nach einem recht ausführlichen Charakter-Editor geht es zu der Klassenauswahl. Diese lässt erfreulicherweise viel Auswahl zu. So gibt es beispielsweise nicht einfach nur „den Magier“. Die typischen Klassen wurden hier also noch weiter unterteilt. So ist ein Magier unterteilt in Thaumaturgen, Hermetiker und Druiden. Square Enix hat in Sachen Klassenauswahl sogar noch etwas weiter gedacht. Statt dem Spieler am Anfang einfach nur einer Klasse zuzuordnen, wird hier auch später noch die Wahl gelassen. Sobald man mit seinen Charakter Level 10 erreicht hat, steht es einem frei, eine neue Starterklasse freizuschalten. Im Laufe des Spiels spielt man also nach Lust und Laune verschiedene Klassen frei. Eine sehr schöne Idee. Meist hat man am Anfang eines Spiels noch keine Ahnung, wie sich die einzelnen Klassen überhaupt spielen. Statt ständig neue Charakter zu erstellen bietet Square Enix hier also eine spielerfreundlichere Variante.

Neben den acht verschiedenen Klassen von Magiern und Kriegern stehen auch noch Jobs zur Verfügung. Diese kann man als Erweiterung der Klassen zählen. So wird man im Handumdrehen zum kochenden Gladiator oder zaubernden Schmied. Man merkt: An Individualisierung fehlt es in Final Fantasy XIV definitiv nicht.

xplorer-final-fantasy-xivWas hat sich verbessert?

Das alles klingt ja schön und gut, aber was ist mit den Fehlern aus der vergangenen Version passiert? Nachdem viele Gamer bei der 2010 veröffentlichten Version unzufrieden waren mit dem Aufbau der Menüs, setzte Square Enix zuerst hier an. Mit einer ca. fünfminütigen Einführung werden die Steuerung und die einzelnen Menüs erklärt. Das klingt vielleicht unspektakulär, weil so etwas eigentlich immer der erste Schritt sein sollte. Im Vorgänger war das jedoch nicht der Fall. Manche Spieler wussten nicht mal, mit welcher Taste sie ihren Charakter steuern sollten und starben dank Unwissen. Ein so frustrierender Start verdirbt dann schon die Lust auf das eigentliche Spiel. Auch die Quest-Einöde wurde aufgestockt. Jetzt steht eine Vielzahl von Quests zur Auswahl. Interessanter wird es dadurch jedoch nicht wirklich. Oftmals findet man sich in einer „Töte x, bringe Item y“-Situation wieder. Sehr eigen ist auch die Entscheidung, keine Dialoge (außer in der Hauptkampagne) zu vertonen. So klickt man vielleicht viele der Dialoge einfach weg, anstatt einer spannenden Story zu lauschen. Interessanter sind dafür die sogenannten FATE-Events. FATE-Events sind zeitabhängige Ereignisse. Sie unterscheiden sich nach Level und Tageszeiten. Das verhindert ein stumpfes Wiederholen gleicher Events. Einige sind zwar allein zu meistern, oftmals ist es aber praktischer, im Team anzutreten. Allgemein wird in Final Fantasy XIV viel auf Teamgeist gesetzt, als Magier kannst du dich nun mal nicht alleine den riesigen Monstern stellen. Um an ihnen teilnehmen zu können, trittst du einfach in den markierten Bereich ein. Als Belohnung winken dem Level entsprechend hohe Belohnungen.

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Fazit

Hut ab für Square Enix. Nicht jedes Entwicklerteam hätte sich getraut, ein verkorkstes Spiel umzukrempeln und erneut auf den Markt zu werfen. Final Fantasy XI V „A Realm Reborn“ ist jetzt ein würdiger Konkurrent in der Fantasy-RPG-Szene. Die Beschwerden der Gamer an das Team wurden akzeptiert und umgesetzt. Daran könnten sich einige Entwickler ein Beispiel nehmen. Mit dem recht standardisierten Gameplay ist es natürlich kein World of Warcraft 2 und auch keine atemberaubende Neuschöpfung. Mit dem typischen Final-Fantasy-Charme, stimmigen Soundtrack und schöner Optik kann es sich jedoch definitiv sehen lassen. Auch der finanzielle Faktor ist bis jetzt ausgeglichen durch viele neue Inhalte wie die erste angekündigte Erweiterung.

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Eine zerrissene Welt – DRAGON AGE: INQUISITION

Ich denke ich kann ruhigen Gewissens sagen: Dragon Age: Inquisition ist mein persönliches Spiel des Jahres. Sogar an meinen langjährigen Favoriten-Titel „Skyrim“ kommt es heran.

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xplorer-dragon-age-inquisitionAls Dragon-Age-Neuankömmling ist es recht hart, sich mit all den Begriffen, Clans und Völkern zurechtzufinden. Da ich selbst noch keinen Teil davor gespielt habe, habe ich mir eine schöne Zusammenfassung herausgesucht. Hier findest du alle Geschehnisse bis zum dritten Teil zusammengefasst (das beinhaltet natürlich massive Spoiler zu Dragon Age 1 und 2). Auch die Dragon Keep von BioWare selbst kann da helfen. Mit ihr könnt ihr den Ausgangspunkt im dritten Teil bestimmen.

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Ein zweischneidiges Schwert

In Thedas herrschen kriegerische Unruhen. Nach dem Magieraufstand (Dragon Age 2) sagten sich diese von den Templern los. Die Templer sind dazu da, die Magier im Zaum zu halten. Anders als in anderen Rollenspielen sind diese Magier hier viel gefährlicher. Mit einer Verbindung ins Nichts (der Dämonen und Geisterwelt) sind sie mächtig und können sogar besessen werden. „Freilaufende“ Magier beschäftigen sich oft mit Blutmagie, eine durchaus gefährliche und tödliche Art der Magie. Die Templer passen auf die Magier ihr Leben lang auf. Mittendrin stehst du als neuer Herold von Andraste. Mit einem leuchtenden Mal auf der Hand sollen ganz beiläufig die Risse in der Welt geschlossen werden. Du befindest dich in einem Kampf, in dem Dämonen und Menschen gleich gefährlich sind. Werden die Templer die Menschheit vor dem Unheil durch die Magier beschützen? Werden die Magier unterdrückt und wie Sklaven behandelt? Du entscheidest, in welche Richtung die Geschichte sich entwickelt.

dragon-age-kampf„Früher war alles besser!1“

In der Videospielbranche hat sich über die letzten Jahre viel verändert. Ich habe das Gefühl, das oftmals eine hohe Grafikauflösung einer schlüssigen, charismatischen Story vorgezogen wird. Dragon Age soll mittlerweile einfach mehr Wert auf eine Inszenierung anstelle einer Erzählung legen. Einen interessanten Artikel zu diesem ganzen Thema findest du übrigens hier.Obwohl Dragon Age Inquisition mit 89% in der Metacritic extrem positiv ausfällt, gibt es da noch die Hardcore-BioWare-Fans. Diese wünschen sich das alte BioWare zurück. Das alte BioWare, das wäre zu Zeiten von Baldurs Gate und dem ersten Teil der Dragon-Age-Reihe. Mit Dragon Age Origins hat BioWare die Massen so sehr begeistert, dass nun bei jedem neu herausgebrachten Spiel das Gleiche kommt: „Hm naja, Origins fand ich besser“. Sollten wir nicht damit aufhören, Spiele ständig miteinander zu vergleichen? Bei Dragon Age 2 hat BioWare sicher einiges falsch gemacht. Dadurch, dass die taktische Ansicht herausgenommen wurde, wirkte die Geschichte „matschiger“. Mit Dragon Age Inquisition kommt die taktische Kamera wieder. BioWare verspricht den Fans den alten Dragon-Age-Charme. Man hat sich also bemüht, die Fehler aus der Vergangenheit auszumerzen. Ich kann meine Meinung nur aus den Berichten anderer bilden, da Inquisition mein erster Dragon-Age-Teil ist (das werde ich jetzt aber ändern). Viele Gamer neigen dazu, in der Vergangenheit zu schwelgen. Origins war also ein sehr schön gelungenes Spiel. Warum genießt man das nicht einfach? Warum will man den Nachfolgern mit etwas abgewandeltem Konzept nicht mal eine Chance geben? Ich lasse mir jedenfalls nicht erzählen, „Inquisition“ wäre ein „schlecht inszeniertes Spiel“, nur weil es nicht 1:1 Origins widerspiegelt.

Die RPG-Titanen

Für mich stellen Dragon Age und Skyrim zwei verschiedene Seiten der Fantasy-Welt dar. Dragon Age bezieht sich eher auf politische Ansichten. Elfen leben in Armutsvierteln, Magier fristen ihr Leben in Gefangenschaft. Während sich Dragon Age auf die „harte Realität“ dieser Welt bezieht, verliert sich Skyrim im Fantastischen. Himmelsrand ist jedoch ebenfalls mit Vorurteilen belastet. Die Versklavungsgeschichte sieht auch nicht grade blendend aus. Trotzdem befasst sich Skyrim mehr mit dem fantastischen Anteil eines RPGs. Dragon Age hingegen setzt auf Religion und Politik. Mit der taktischen Kamera gestaltet Dragon Age das Gameplay noch etwas strategischer, während man bei Skyrim einfach draufhaut. Meiner Meinung nach ein Punkt für Dragon Age. Insgesamt stehen zehn Regionen in Dragon Age Inquisition zur Verfügung. Ein direktes Open-World-Spiel ist es also nicht. Die Regionen sind jedoch so riesig, dass man schon alleine für die Nebenquests ca. 100 Stunden benötigen soll. Die Hauptkampagne soll ca. 50 Spielstunden umfassen. So etwas wie Zufallsevents gibt es jedoch in Dragon Age nicht. In Skyrim stehen euch dagegen alle Möglichkeiten offen. Man kann mit jeden NPC sprechen oder verwickelt sich in plötzliche Drachen- und Vampirangriffe. Bei Dragon Age werden Events lediglich durch bestimmte Vorgänge ausgelöst. Skyrim bietet also die fantastische, frei erkundbare Welt. Dragon Age hingegen setzt auf härtere Stilmittel und taktischere Vorgehensweisen.


dragon-age-inquisition-begleiterBei Anruf Liebe

Auch in diesen Dragon-Age-Teil kommen die Romanzen nicht zu kurz. BioWare ist mittlerweile bekannt für seine Beziehungsoptionen, auch in Mass Effect findet man diese. So habt ihr je nach Geschlecht und Rasse verschiedene Leute aus eurer Inquisition zur Verfügung. Für elfische Frauen gibt es den rätselhaften Solas, während Männer und Frauen jeglicher Rasse ihr Glück bei dem eisernen Bullen versuchen können. Nicht nur die Art, wie man sich vor ihnen darstellt, spielt hier eine Rolle. Trifft man in Quests die falschen Entscheidungen, können die Liebes-Interaktionen sogar völlig gestrichen werden. Ebenso können Teile der Inquisition den Helden verlassen, wenn es oft zu starken Unstimmigkeiten oder Streitereien kommt. Man sollte sich eins merken: In einem BioWare-Spiel trifft man jede Entscheidung mit einen gewissen Risiko. So musste auch ich beim Durchspielen eine Stunde Spielzeit wiederholen. Ich hatte ein Mitglied meiner Gruppe gekränkt, dadurch wurde mir die Romanzen-Option verweigert. Da Mass Effect zu meinen Lieblingsspielen zählt, habe ich auch dort schon diese Erfahrungen gemacht. So hat man teilweise die Möglichkeit zwischen „Ich liebe dich, lass uns für immer zusammen sein!“, oder „Deine Meinung interessiert mich einen Scheiß, du bist nur Mittel zum Zweck.“ Oftmals habe ich es auch erlebt, dass Dinge ausgesprochen ganz anders rüberkamen als in den Dialogoptionen. So verzettelt man sich dann doch das ein oder andere Mal und stolpert in riesige Fettnäpfchen.

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Texturenmatsch oder Grafikbombe?

Die Frage lässt sich ganz einfach beantworten. Spielt man Dragon Age Inquisition auf den Current-Gen-Konsolen, bietet BioWare eine wahre Grafikperle. Spielt man jedoch wie ich auf der Last-Gen, sieht das alles anders aus. Ich habe Dragon Age: Inquisition auf der Xbox 360 gespielt. Letztens habe ich erst darüber geschrieben, dass man aufhören muss, Spiele zwanghaft in alte Konsolen zu stopfen. Ganz so hart kann man das hier jedoch nicht sehen, denn es wurden zum Glück keine Features herausgenommen. Das die Grafik auf einer neun Jahre alten Konsole schlechter ist als auf einer PS4, ist klar. Teilweise kam es jedoch zu extrem langen Texturladezeiten, oder es blieb einfach ein Klumpen Farbe. In vielen Cutscenes hatte ich auch Performance-Probleme, was recht frustrierend war. Teilweise hing der Ton dann drei Sekunden hinterher und das Bild war abgehackt. Ansonsten kam es zu einigen kleinen Glitches und Bugs, die das Durchspielen jedoch nicht behinderten. Trotzdem frage ich mich, warum man nicht Wert auf eine etwas ansprechendere Grafik legt. Selbst für Last-Gen ist diese ziemlich schlecht. Der dritte Teil der Dragon-Age-Reihe platzt förmlich aus allen Nähten. Hier ein Crafting-System, da Tränke brauen. Dann hier noch schnell einen Rückzugsort einrichten und dort ganz Thedas überwachen. Das Crafting-System fühlt sich vom Aufbau her gut an, trotzdem werde ich das Gefühl nicht los, dass es nicht vollendet ist. Und – eine Bitte hätte ich noch: Bitte in den nächsten Spielen ein ordentliches Kletter-System einbauen. Es muss ja nicht gleich Parcours-Lauf à la Assassins Creed sein. Wenn jedoch der Charakter fünfmal stumpf gegen eine Erhöhung springt, ohne auf die Idee zu kommen sich mal hoch zu ziehen, ist das schon ziemlich blöd.

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Fazi[pullquote]ie taktische Ansicht ist zurück, ebenso wie altbekannte Charaktere. Man kann jeder Person einen Charakter zuweisen. Abxplorer-inquisition und zu lacht man, wenn sich die Gruppemitglieder mitten im Einsatz anfangen zu beleidigen oder gegenseitig verarschen. Genau das ist es, was mir an BioWare-Spielen so gefällt. Man kann einen Faden zu den einzelnen Charakteren spinnen. Man freundet sich mit ihnen an und wenn sie sterben, fließt auch mal die ein oder andere Träne (danke, Mass Effect). Man fühlt sich mit seinem Charakter in die Spielwelt eingebunden und die Entscheidungen die man trifft, haben oftmals größere Auswirkungen als man erst vermutet. Legt man das Spiel anders aus, könnte man es locker noch zweimal durchspielen. Mich hat BioWare mit dem neuen Dragon-Age-Teil auf jeden Fall in den Bann gezogen. Ich hoffe sehr auf eine Fortsetzung in ein paar Jahren und bin gespannt, wie es dann weitergeht. [/pullquote] [/pullquote]

PROMETHEUS

PROMETHEUS – Zwischen Göttern und Aliens

Vorab sei gesagt: Prometheus ist NICHT der Comic zum Film und hat demnach auch keinen Zusammenhang mit dem Alien-Epos. „Prometheus“ stammt aus der griechischen  Mythologie. In dieser ist er als Schöpfer von Mensch und Tier bekannt.

Griechische Mythologie 101PROMETHEUS

Der Comic beginnt mit einem kleinen Crashkurs in Sachen griechischer Mythologie. Prometheus erschuf die Menschen. Die anderen Götter wurden auf die Menschen aufmerksam und verlangten fortan Opfergaben. Um das zu verhindern, trickste Prometheus Zeus aus. Als Strafe nahm Zeus den Menschen das Feuer. Prometheus jedoch eilte mit lodernder Fackel zur Erde und gab den Menschen das Feuer zurück. Wutentbrannt schmiedete Zeus die Büchse der Pandora, als Strafe für die Menschen. Für Prometheus dachte sich Zeus etwas noch viel Schlimmeres aus: Die Götter verschleppten ihn in die öden Landschaften des Kaukasus und wurde mit Ketten an einen Felsen gefesselt. Jeden Tag sollte der Adler Ethon von seiner Leber zehren. Und weil Prometheus unsterblich ist, wächst diese jedes Mal nach. Ihm stehen also endlose Qualen bevor. Als Mahnmal soll er noch immer dort hängen. Das alles klingt ein bisschen wie eine radikale Variante der Super-Nanny.

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Zurück aus dem Ausflug in die Antike, finden wir uns in der Neuzeit wieder. Prometheus in einer (noch) heilen Welt. 13.12 Uhr: Die Raumfähre „Atlantis“ startet erfolgreich in den Weltraum. Eine Minute später ist sie verschwunden. Es besteht kein Funkkontakt und auch auf dem Kontrollbildschirm ist sie nicht mehr zu sehen. Im selben Augenblick bleiben alle Uhren auf der ganzen Welt stehen. Noch ahnt niemand das Unheil, welches der Menschheit bevorstehen soll. Am nächsten Tag, zu genau derselben Minute, taucht die Atlantis wieder auf. Die gesamte Mannschaft ist tot. Der Kommandant liegt zusammengekauert in den Überresten seiner Crew. Auch in den darauffolgenden Tagen geschehen schreckliche Dinge, immer um 13:13 Uhr. Was hat das alles miteinander zu tun?

PROMETHEUS Düstere Zeiten

Der 13-teilige Comic verbindet griechische Mythologie mit Alien-Verschwörungen und ummantelt diese mit einem Endzeit-Epos. Anfangs ergibt das alles nicht so wirklich Sinn, schließlich sind die Antike und Aliens zwei komplett verschiedene Themengebiete. Was jedoch feststeht ist das die Menschheit kurz vor der Ausrottung steht. Satelliten und Flugzeuge fallen vom Himmel und versunkene Schiffe tauchen wie aus dem Nichts wieder auf. Spätestens dann sollte jeder gemerkt haben, dass irgendetwas schief läuft. Schon die ersten drei Bände bieten einen riesigen Berg an Informationen, die man erstmal verarbeiten muss. Das kann anfangs überwältigend sein. Sehr gut gelungen ist meiner Meinung nach die Verschmelzung der griechischen Antike mit der Geschichte der Aliens. Ohne jetzt zu viel zu spoilern kann man sagen: Auf einen Kaffee sind die Aliens definitiv nicht aus. Inmitten all dieser Theorien und schrecklichen Ereignisse gehen die Charaktere selbst ein wenig unter. Es werden sehr viele parallel bearbeitet, aber bei keinem gehen die Informationen in die Tiefe. So wird oft in den Zeiten hin- und hergesprungen, von einer Kulisse zur anderen. Zwar wird immer beschrieben, wann und wo man sich grade befindet, das kann einen jedoch trotzdem aus dem Konzept bringen.

Prometheus wurde gezeichnet von Stefano Raffaele. Beim Lesen fällt auf, dass er sehr viel Wert auf Schatten und Schattierungen legt. Durch diese Art der Zeichnung rückt er die Gefühle der einzelnen Charaktere in den Vordergrund. Auch einzelne Szenen werden dadurch stark dramatisiert. Generell ist Prometheus eher im düsteren Ton gehalten. Ansonsten hält sich Raffaele an den typisch amerikanischen Comicstil. Herausgekommen ist Prometheus übrigens im Jahre 2009 im Splitter Verlag.

Fazit

Prometheus ist ein super Comic für alle Verschwörungstheoretiker, Alien-Fans und Liebhaber der griechischen Mythologie. Der Sci-Fi-Endzeit-Epos gefällt mir persönlich sehr gut, da ich mich ein bisschen zu allen drei Gruppen zähle. Die Geschichte reißt mit und macht neugierig. Das ständige Springen zwischen Epochen und Uhrzeiten ist jedoch sehr verwirrend. Teilweise fällt es schwer, dem zu folgen, weil man die Ereignisse zeitlich nicht gleich zuordnen kann.

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Seit dem Start im November 2009 kommen regelmäßig Prometheus-Bände heraus. 13 wird es insgesamt geben, seit dem 1. Oktober ist der neunte und damit aktuellste Band veröffentlicht worden. Weitergehen wird es am 1.04.2015 mit dem nächsten Teil. Ein recht großes Zeitfenster zwischen zwei Bändern, vor allem wenn fiese Cliffhänger eingebaut werden. Neueinsteiger haben auf der anderen Seite genug Zeit alles aufzuholen, bevor das nächste Band herauskommt.

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Die Sache mit den DLCs

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Momentan herrscht viel Aufruhe in der Spieleszene. Ein Grund dafür sind die bei den Spielern stark umstrittenen DLC's. Was das ist und wieso so stark darüber diskutiert wird, klären wir hier. Bevor wir loslegen sollte man erstmal ganz vorn vorne Anfangen, was ist also ein DLC? DLC steht ganz einfach für "Downloadable Content". Dieser kann aus einen Skin für deine Spielfigur bestehen oder aber komplett neue Spielgegenden freischalten. Bevor man also sagt dass DLC's generell die Reinkarnation der Geldgeilheit der Entwickler ist, sollte man sich über den Umfang informieren. Für die Darstellung der verschiedenen DLC's und deren Wirkung habe ich einfach mal die für mich wichtigsten Vertreter zu diesen Thema rausgesucht und ein bisschen analysiert.

Monster jagen, Monster Preise?

Der Grund warum ich dieses Thema anschneide ist der, momentan noch recht milde, Shitstorm den Evolve für seine kostenpflichtigen DLC's einfängt. Seit dem Tag des Release kann man sich dort mit Echtgeld, Skins im Wert von insgesamt 135€ freischalten. Das klingt natürlich erst mal alles andere als gerecht. Vor allem als Vorbesteller fühlt man sich hintergangen, so hat man doch das Pack grade für die Extra Skins gekauft, warum versteckt Turtle Rock Studios also die Skins im Shop selbst vor den Vorbestellern? Eine angemessene Frage. Gucken wir uns jedoch mal den Umfang dieser DLC's an fällt schnell auf dass diese alles andere als Notwendig sind für das Gameplay. Die DLC's bestehen lediglich aus Skins für die Monster und den Waffen der Jäger. Man ist also keinesfalls gezwungen sich eines dieser Packs zu kaufen, um die gleichen Chancen wie die anderen zu haben. In diesen Fall finde ich den Aufruhr, der unter den Spielern herrscht, alles andere als gerechtfertigt. Unfair wird es erst dann, wenn du neue Waffen, Monster oder Fähigkeiten kaufen könntest, durch die du automatisch stärker wärst als deine Mitspieler. Hier herrscht also definitiv kein Pay2Win vor.

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7847b9d0f0ed8ef10d2fd0e88a9ed6ceDestiny zeigt wie man es nicht machen sollte: Teile vom Spiel abschneiden und als DLC verkaufen. Es gibt jedoch noch andere Fälle in denen sich das Abzock-Muster der DLC's wunderbar erläutern lässt, mein Liebling: Destiny. Destiny ist mein persönliches Problemkind. Ich bin ein großer Fan des Spiels, trotz großer Enttäuschung im Story-Mode. Schon zum Release wurden zwei DLC's angekündigt die komplett neue Quest-Stränge, Level-Cap und Ausrüstungen mit sich bringen. Vor kurzen ist das erste DLC "Dunkelheit lauert" erschienen. Wenn ich jetzt einen Strike oder Raid spielen möchte, werden mir plötzlich die des DLC's angeboten. "Hierfür wird Dunkelheit lauert benötigt". Mir werden also konsequent neue Story-Inhalte und Ausrüstungen verweigert. Wenn du hier kein Geld für das DLC springen lässt bleibst du also auf der Strecke, hast bald nichts mehr zu tun und darfst dich von anderen Mitspielern im Mehrspieler-Modis umklatschen lassen. Level 20 gegen Level 31 ist mehr als nur unfaires Spiel. Dieses System ist für mich nicht das eines DLC's. Hier hat man den Spielern mutwillig Spieleinhalte vorenthalten, die schon zum Release fertig waren. Es wurde also kein Content hinzugefügt, weil man so nett ist. Eher hat man Teile aus dem unfertigen Spiel rausgerissen, um es dann nochmal zu verkaufen.

f28518495093b1ec90e6e8522a5ffedfSims als DLC-Schleudermaschine

Eine Spiele-Reihe die ausschließlich von ihren DLC's, sprich Erweiterungspacks lebt ist Sims. Seit Sims 1 wird der Spieler im Halbjahres-Takt mit neuen Spiele-Inhalten versorgt. Das Basisspiel für 60€, die DLC's für zwischen 20 und 30€. Hier spalten sich viele Spieler. Für die einen ist es die größte Abzocke der Spielegeschichte, für andere ganz normal. Das sich EA's Ruf in den letzten Jahren drastisch verschlechtert hat, macht das auch nicht grade besser. Auch ich bin hier hin und hergerissen. Seit mich meine Schwester vor ihren Computer und Sims 1 gesetzt hat, bin ich ein großer Sims-Fan. Für alle Sims 2-Erweiterungspacks zusammen könnte man sich schon eine neue Xbox 360 oder Playstation 3 kaufen. Lässt man sich das erst mal auf der Zunge zergehen fühlt man sich schon stark betrogen. Grade nachdem im Sims 4 Basisspiel selbst Kleinkinder, Pools und Geister entfernt wurden (Bei Sims 3 Grundlage) fühlten sich viele, mich inbegriffen, ziemlich verarscht. Als es dann zwei Monate später hieß man hätte "tolle neue Inhalte" in denen man jetzt auch GANZ NEU Geister haben und Pools bauen könnte, dachte man sich einfach nur "Ernsthaft?". Natürlich bin ich froh dass diese Inhalte wieder eingefügt wurden, aber warum hat man sie dann erst ausgebaut? Falls das eine tolle PR-Aktion werden wollte hat jemand aber gewaltig gepennt. Ich möchte als jemand der seit knapp 10 Jahren Sims spielt bitte nicht wie ein Vollidiot behandelt werden. Und trotzdem dulde ich, dass mir Electronic Arts mit neuen Sims Spielen und Erweiterungen das Geld aus den Taschen zieht. Das ist wie zu sagen man habe kein Hunger, der Freundin dann aber doch die komplette Pommes Packung leer zu fressen, man kann halt nicht anders.

DLC's, Vorbesteller-Packs.. wo bleibt das Spiel?

Was lernen wir also daraus? Alles lässt sich auf Angebot  und Nachfrage zurückführen. So lange genug Leute wie ich so blöd sind und überteuerte Sims DLC's mit kaum bemerkenswerten Inhalten kaufen, wird sich höchstwahrscheinlich nichts ändern. DLCs müssen nicht immer eine schlechte Sache sein. Ein perfektes Beispiel hier ist "Good Guy" Mordors Schatten. Statt 10€ Extra für kleine DLC's zu nehmen hat Monolith Productions diese kostenlos angeboten. KOSTENLOS! Das man dieses Wort im Zusammenhang von DLC überhaupt noch hört ist traurigerweise selten geworden. Hier wurden sogar neue Spielbare-Charaktere und Story-Inhalte geboten. Selbst eine neue Foto-Ansicht wurde nachträglich eingebaut. Ein verwandtes Thema zu den DLC's sind übrigens die Vorbesteller-Boni. Hier blätterst du 20€ mehr hin, um neue Ausrüstungen und mehr Fähigkeiten zu bekommen. Es zählt also auch hier: Hast du mehr Geld bist du gleich ein besserer Mensch, dafür belohnen wir dich. Schon mehrmals wurde unter den Spielern aufgefordert dieses Jahr keine Vorbesteller-Packs zu kaufen. Damit fördert man dass halbfertige Spiele wie Assassins Creed:Unity auf den Markt geworfen wird. Wenn der Publisher schon bevor das Spiel überhaupt releast wird, das Geld durch Vorbesteller-Packs drin hat, wen interessieren die Verkaufszahlen? Man bekommt also Weniger Spiel für mehr Geld.

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Als Spieler kann man nur hoffen dass das Jahr 2015 einen Umschwung in die Spiele-Industrie bringt. Noch bemerken die Entwickler selbst nichts an den Umschwung der Stimmung, diese liegen ja schließlich in ihren Kostenpflichtigen-DLCs und Vorbesteller-Packs. Sollte sich jedoch wirklich die Mehrzahl der Community für den Verzicht auf diese Inhalte entscheiden, kann man ganz leicht aufs Maul fliegen. Ich bin auf jeden Fall gespannt wohin uns das alles dieses Jahr führt, und wann sich das nächste Spiel ein Preis-Fauxpas erlaubt. cklerstudio CD Projekt Red, verantwortlich für das The Witcher-Franchise, haben vor kurzen ein sehr interessantes Statement zu diesen Thema abgegeben, darauf komme ich aber noch in einen anderen Beitrag zurück.