Borderlands: The Pre-Sequel

BORDERLANDS: THE PRE-SEQUEL – Von Laserwaffen und Elementarechsen

Gearbox Software und 2K Games melden sich mit  Borderlands: The Pre-Sequel im typisch durchgedrehten Stil der Spielereihe wieder. Zeitlich spielt der Teil zwischen Borderlands 1 und 2 und lässt (wortwörtlich) hinter Handsome Jack’s Maske blicken. Nach und nach erkennt man an Jack die Entwicklung vom Hyperion-Angestellten zum narzisstischen Diktator Pandoras.

Müsste man die Borderlands Spielereihe mit einen ihrer ansässigen Kreaturen vergleichen, so wäre ein lavaspuckender Kraggon samt befestigter Laserkanone und Scavenger auf dem Rücken ein passender Vergleich. Borderlands ist verrückt, überdreht und total unrealistisch – und das ist auch gut so! Mit Humor und einer LKW-Ladung voll Waffen ist Borderlands zu einen der beliebtesten Shootern à la „Shoot ’n‘ Loot“ geworden.

Was sich im Gegensatz zu seinen Vorgängern verändert hat, was an neuen Inhalten dazu gekommen ist und ob es als würdiger Nachfolger dient, erfährst du hier.

Borderlands: The Pre-SequelHouston, wir haben ein Problem

Im Voraus: Erzählt wird die komplette Handlung durch Athena, einer ehemaligen Assassine, die man schon im Generall Knoxx DLC des ersten Borderland-Teils kennenlernen durfte. Athena wird von Lilith und den Rest ihrer Crew festgehalten, um Informationen über Jack zu liefern. Dieser hat sich inzwischen einen Ruf aufgebaut und reißt nach und nach mehr Macht an sich.

Auf Elpis (der Mond Pandoras, auf dem sich die Story abspielt) entdeckt Jack eineKammer. Um diese zu finden und zu öffnen heuert er Athena und den Rest der Kammer-Jäger an. Eine mysteriöse Einheit namens „Verborgene Legion“ zieht dir jedoch einen Strich durch die Rechnung. Als du auf der Raumstation Hyperion ankommst, haben sie diese schon eingenommen. Colonel Zarpedon, die Anführerin der Einheit, taucht zusammen mit einem undefinierbaren Wesen auf und kündigt an, ganz Elpis zu zerstören. Mit Hilfe eines mächtigen Lasers auf der eingenommenen Station vernichtet sie nach und nach den Mond Pandoras. Arbeite also gut mit Jack und seinen Komplizen zusammen, um nicht nur die Einheimischen auf dem Mond zu retten, sondern auch die Kammer (die für Jack ohnehin wichtiger ist.)

Das alles ist dir ein bisschen zu viel auf einmal? Hier findest du einen zeitlichen Ablauf der drei Teile. Aber Vorsicht: In dem Link befinden sich immense Spoiler zu allen Teilen!

Borderlands: The Pre-SequelMond ohne Laser ist wie Borderlands ohne Waffen

Du wirfst von allen Seiten förmlich beworfen mit Waffen, Schildern, Granaten, Modifikationen. Jedes Stück hat seine eigenen Vorteile. So gibt es die verschiedensten Waffenarten und Elementarschäden. Neu sind Laserwaffen, die in einen spektakulären Weltraumkampf natürlich nicht fehlen dürfen. Ebenfalls neu ist der Cryo-Schaden, der Gegner vor deinen Augen einfrieren lässt, bewegungsunfähig sind sie dir dann ausgeliefert. Tötest du diese, so zerspringen sie in tausend kleine Eiskristalle, vor allem im Kampf gegen eine große Anzahl von Gegnern lassen sich diese damit gut kontrollieren. Auf der Suche nach immer besseren und fetteren Waffen schießt du dich durch sämtliche Gebiete. Etwas zu massig sind mir teilweise die Horden von Gegnern, die meist nicht einmal Distanz halten, sondern einfach auf mich zugebrettert kommen. Selbst mit meinen Aspis (Athenas Schild und Spezialattacke) bekomme ich die Gegner schwer klein und muss mich oftmals wiederbeleben lassen. Und mit oftmals meine ich nicht 3-4 mal, sondern eher an die 10. Das frustriert einen dann doch erst mal. Macht man jedoch zwischendurch ein paar Nebenmissionen und benutzt die sich dort ergatterten Waffen, sieht das alles schon ein bisschen freundlicher aus.

Du befindest dich auf dem Mond, das heißt keine Schwerkraft, kein Sauerstoff. Da atmen ohne Luft recht schwer ist braucht man sogenannte 02 Kits, auch Oz Kits genannt. Mit diesen hast du eine bestimmte Zeit Sauerstoff. Ist dieser aufgebraucht, kannst du entweder in eine mit Sauerstoff gefüllte Zone – oder das Oz Kit deiner Gegner an dich reißen. Eine schöne Ergänzung ist auch das Zerschießen der Helme deiner Gegner. Dadurch tritt Sauerstoff aus und die Scav ersticken erbärmlich. Das ist zwar nicht grade die feine Art, jedoch vor allem auf Distanz sehr nützlich. Durch Abwesenheit der Schwerkraft auf dem Mond kannst du nun außerdem Doppelsprünge und Schmetterschläge ausführen. Für einen Schmetterschlag springst man in die Luft und lässt sich mit der entsprechenden Taste mit schneller Geschwindigkeit auf den Boden fallen – du zerquetscht die Gegner unter dir und fügst Feinden in der Nähe Schaden zu. Vor allem für stärkere Gegner wie einen „Badass Outlaw“ fand ich das sehr nützlich, denn durch den Sprung werden Gegner zusätzlich für einige Sekunden angriffsunfähig gemacht.

Alte Prinzipien

Borderlands: The Pre-Sequel präsentiert sich in einen schönen spacigen Look mit vielen grellen Farben, die das Spiel lebendig wirken lassen. Auch die Skybox ist sehr schön gestaltet mit den Sternen, den entfernten Planeten und dem riesigen Laser, der dich vom Hintergrund aus anfunkelt. Auch die Landschaften sind meiner Meinung nach vielfältig, von Lavaflüssen zu Eislandschaften, von riesigen Spinnennestern bis öden Outlands. Und der Borderlands typische Cel-Shading-Look ist wieder dabei.

Aber wo bleibt die Steigerung? Mit alter Engine hat das Spiel immer noch dieselben Clipping-Fehler und langen Textur-Ladezeiten wie beim ersten Teil 2009. Auch das von einer Plattform zur anderen springen ist immer noch ein Horror, mehr als einmal falle ich von einem Abhang und stürze in die Lava. das nervt nicht nur, sondern kostet auf Dauer auch ganz schön Geld. Grade jetzt wo die neuen Konsolen auf dem Markt sind, muss sich Borderlands schnell etwas einfallen lassen, wodurch man grafisch mehr Leistung erzielt, den charmanten Borderlands Stil jedoch beibehält.

Borderlands: The Pre-SequelDrei Kammerjäger und… Claptrap?

Jeder der vier zur Verfügung stehenden Kammerjäger ist bereits aus dem ersten und zweiten Teil bekannt. Die freudigste Überraschung für viele Borderlands-Fans dürfte jedoch Claptrap sein, der zum erstem Mal als spielbarer Charakter zur Verfügung steht. Mit dem emotionalen, leicht verwirrten Roboter bombst du alles weg, was dir im Weg steht. Auch die anderen drei Kammerjäger haben sehr interessante, neue Spezialisierungen. Jeder der Charaktere hat drei Talentbäume, mit denen sie ihre Spezialfähigkeiten und Skills im allgemeinen aufwerten und ausbauen.


Wilhelm der Enforcer spezialisiert sich vor allem auf seine zwei Drohnen „Wolf“ und „Saint“. Während „Wolf“ sich aktiv im Kampf beteiligt und die Gegner unter Beschuss nimmt, ist „Saint“ für Wilhelms Gesundheit und Schutz zuständig. Ansonsten bessert er als Fan des Transhumanismus seine menschlichen Teile mit elektronischen aus, so bekommt er unmenschliche Kräfte und dient wortwörtlich als fleischgewordener Tank im Kampf.

Nisha, die Dame mit dem Cowboyhut, dient als klassischer Gunslinger und wertet vor allem ihre Munition und Waffenschaden auf. Mit ihrer Spezialfähigkeit „Showdown“ zielt sie für bestimmte Zeit automatisch Gegner an und kann so effektiv in kurzer Zeit eine Vielzahl an Gegnern ausschalten.

Athena ist mit Schwert, Waffe und Schild gewappnet gut ausgerichtet sowohl für Nah- als auch Fernkampf. In meinem Spiel habe ich mir Athena ausgesucht, da sie für mich eine erfrischende Abwechslung war. Nicht oft bekommt man ein Schild zusammen mit einer Waffe, diese Kombination machte mich neugierig. Und siehe da: Es klappt! Mit dem Schild wird jeglicher Schaden absorbiert, der dir in der Zeit in der du das Schild aktiv hast, zugefügt wird. Drückst du noch einmal die Taste, feuert Athena das Schild auf den Gegner ab und fügt ihm den gesammelten Schaden zu. Im Nahkampf jedoch hat sich bei mir das Schwert leider nicht von einen üblichen Melee-Messer unterschieden. Trotzdem gefällt mir diese Kombination sehr gut.

Zu guter letzt wäre da natürlich der schon erwähnte Claptrap. Er mag zwar ein stark verwirrter und vergesslicher Roboter sein, hat jedoch einiges auf dem Kasten (ha). Mit seiner Fähigkeit „VaultHunter.exe“ fügt er einen Gegner eine zufällige Attacke zu. Diese Attacke kann von jedem der Charaktere stammen, du kannst also Glück oder Pech haben. Ansonsten konzentriert sich Claptrap auf Explosionen, Schildregenerationen und Buffs für die Mitspieler im Mehrspielermodus.

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Borderlands: The Pre-SequelFazit – Shoot n‘ Loot

Borderlands: The Pre-Sequel bietet sowohl eine Menge neuer Informationen über die einzelnen Geschichten der Charaktere als auch neue Laserwaffen, Fahrzeuge wie einen Moon Buggy, an den Mond angepasste Überlebensmöglichkeiten und ein Spiel mit verrücktem Borderlands-Charme. Es mag sowohl grafisch als auch spielerisch nichts Neues sein, aber mit der riesigen Auswahl an Waffen, interessanten Klassen und ausgereiften Talentbäumen macht es nichtsdestotrotz Spaß zu „shooten & looten“.

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Anne ist Game Design-Student und setzt sich freiberuflich mit der Videospielkultur auseinander. Neben kleineren Indie-Titeln und psychologischen Themen hat es ihr vor allem das Sci-Fi-Genre angetan. Unter @dovahkarian tweetet sie hauptsächlich Fotos von ihren Hunden.