Die Sache mit den DLCs

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Momentan herrscht viel Aufruhe in der Spieleszene. Ein Grund dafür sind die bei den Spielern stark umstrittenen DLC’s. Was das ist und wieso so stark darüber diskutiert wird, klären wir hier. Bevor wir loslegen sollte man erstmal ganz vorn vorne Anfangen, was ist also ein DLC? DLC steht ganz einfach für „Downloadable Content“. Dieser kann aus einen Skin für deine Spielfigur bestehen oder aber komplett neue Spielgegenden freischalten. Bevor man also sagt dass DLC’s generell die Reinkarnation der Geldgeilheit der Entwickler ist, sollte man sich über den Umfang informieren. Für die Darstellung der verschiedenen DLC’s und deren Wirkung habe ich einfach mal die für mich wichtigsten Vertreter zu diesen Thema rausgesucht und ein bisschen analysiert.

Monster jagen, Monster Preise?

Der Grund warum ich dieses Thema anschneide ist der, momentan noch recht milde, Shitstorm den Evolve für seine kostenpflichtigen DLC’s einfängt. Seit dem Tag des Release kann man sich dort mit Echtgeld, Skins im Wert von insgesamt 135€ freischalten. Das klingt natürlich erst mal alles andere als gerecht. Vor allem als Vorbesteller fühlt man sich hintergangen, so hat man doch das Pack grade für die Extra Skins gekauft, warum versteckt Turtle Rock Studios also die Skins im Shop selbst vor den Vorbestellern? Eine angemessene Frage. Gucken wir uns jedoch mal den Umfang dieser DLC’s an fällt schnell auf dass diese alles andere als Notwendig sind für das Gameplay. Die DLC’s bestehen lediglich aus Skins für die Monster und den Waffen der Jäger. Man ist also keinesfalls gezwungen sich eines dieser Packs zu kaufen, um die gleichen Chancen wie die anderen zu haben. In diesen Fall finde ich den Aufruhr, der unter den Spielern herrscht, alles andere als gerechtfertigt. Unfair wird es erst dann, wenn du neue Waffen, Monster oder Fähigkeiten kaufen könntest, durch die du automatisch stärker wärst als deine Mitspieler. Hier herrscht also definitiv kein Pay2Win vor.

7847b9d0f0ed8ef10d2fd0e88a9ed6ceDestiny zeigt wie man es nicht machen sollte: Teile vom Spiel abschneiden und als DLC verkaufen. Es gibt jedoch noch andere Fälle in denen sich das Abzock-Muster der DLC’s wunderbar erläutern lässt, mein Liebling: Destiny. Destiny ist mein persönliches Problemkind. Ich bin ein großer Fan des Spiels, trotz großer Enttäuschung im Story-Mode. Schon zum Release wurden zwei DLC’s angekündigt die komplett neue Quest-Stränge, Level-Cap und Ausrüstungen mit sich bringen. Vor kurzen ist das erste DLC „Dunkelheit lauert“ erschienen. Wenn ich jetzt einen Strike oder Raid spielen möchte, werden mir plötzlich die des DLC’s angeboten. „Hierfür wird Dunkelheit lauert benötigt“. Mir werden also konsequent neue Story-Inhalte und Ausrüstungen verweigert. Wenn du hier kein Geld für das DLC springen lässt bleibst du also auf der Strecke, hast bald nichts mehr zu tun und darfst dich von anderen Mitspielern im Mehrspieler-Modis umklatschen lassen. Level 20 gegen Level 31 ist mehr als nur unfaires Spiel. Dieses System ist für mich nicht das eines DLC’s. Hier hat man den Spielern mutwillig Spieleinhalte vorenthalten, die schon zum Release fertig waren. Es wurde also kein Content hinzugefügt, weil man so nett ist. Eher hat man Teile aus dem unfertigen Spiel rausgerissen, um es dann nochmal zu verkaufen.

f28518495093b1ec90e6e8522a5ffedfSims als DLC-Schleudermaschine

Eine Spiele-Reihe die ausschließlich von ihren DLC’s, sprich Erweiterungspacks lebt ist Sims. Seit Sims 1 wird der Spieler im Halbjahres-Takt mit neuen Spiele-Inhalten versorgt. Das Basisspiel für 60€, die DLC’s für zwischen 20 und 30€. Hier spalten sich viele Spieler. Für die einen ist es die größte Abzocke der Spielegeschichte, für andere ganz normal. Das sich EA’s Ruf in den letzten Jahren drastisch verschlechtert hat, macht das auch nicht grade besser. Auch ich bin hier hin und hergerissen. Seit mich meine Schwester vor ihren Computer und Sims 1 gesetzt hat, bin ich ein großer Sims-Fan. Für alle Sims 2-Erweiterungspacks zusammen könnte man sich schon eine neue Xbox 360 oder Playstation 3 kaufen. Lässt man sich das erst mal auf der Zunge zergehen fühlt man sich schon stark betrogen. Grade nachdem im Sims 4 Basisspiel selbst Kleinkinder, Pools und Geister entfernt wurden (Bei Sims 3 Grundlage) fühlten sich viele, mich inbegriffen, ziemlich verarscht. Als es dann zwei Monate später hieß man hätte „tolle neue Inhalte“ in denen man jetzt auch GANZ NEU Geister haben und Pools bauen könnte, dachte man sich einfach nur „Ernsthaft?“. Natürlich bin ich froh dass diese Inhalte wieder eingefügt wurden, aber warum hat man sie dann erst ausgebaut? Falls das eine tolle PR-Aktion werden wollte hat jemand aber gewaltig gepennt. Ich möchte als jemand der seit knapp 10 Jahren Sims spielt bitte nicht wie ein Vollidiot behandelt werden. Und trotzdem dulde ich, dass mir Electronic Arts mit neuen Sims Spielen und Erweiterungen das Geld aus den Taschen zieht. Das ist wie zu sagen man habe kein Hunger, der Freundin dann aber doch die komplette Pommes Packung leer zu fressen, man kann halt nicht anders.

DLC’s, Vorbesteller-Packs.. wo bleibt das Spiel?

Was lernen wir also daraus? Alles lässt sich auf Angebot  und Nachfrage zurückführen. So lange genug Leute wie ich so blöd sind und überteuerte Sims DLC’s mit kaum bemerkenswerten Inhalten kaufen, wird sich höchstwahrscheinlich nichts ändern. DLCs müssen nicht immer eine schlechte Sache sein. Ein perfektes Beispiel hier ist „Good Guy“ Mordors Schatten. Statt 10€ Extra für kleine DLC’s zu nehmen hat Monolith Productions diese kostenlos angeboten. KOSTENLOS! Das man dieses Wort im Zusammenhang von DLC überhaupt noch hört ist traurigerweise selten geworden. Hier wurden sogar neue Spielbare-Charaktere und Story-Inhalte geboten. Selbst eine neue Foto-Ansicht wurde nachträglich eingebaut. Ein verwandtes Thema zu den DLC’s sind übrigens die Vorbesteller-Boni. Hier blätterst du 20€ mehr hin, um neue Ausrüstungen und mehr Fähigkeiten zu bekommen. Es zählt also auch hier: Hast du mehr Geld bist du gleich ein besserer Mensch, dafür belohnen wir dich. Schon mehrmals wurde unter den Spielern aufgefordert dieses Jahr keine Vorbesteller-Packs zu kaufen. Damit fördert man dass halbfertige Spiele wie Assassins Creed:Unity auf den Markt geworfen wird. Wenn der Publisher schon bevor das Spiel überhaupt releast wird, das Geld durch Vorbesteller-Packs drin hat, wen interessieren die Verkaufszahlen? Man bekommt also Weniger Spiel für mehr Geld.

Als Spieler kann man nur hoffen dass das Jahr 2015 einen Umschwung in die Spiele-Industrie bringt. Noch bemerken die Entwickler selbst nichts an den Umschwung der Stimmung, diese liegen ja schließlich in ihren Kostenpflichtigen-DLCs und Vorbesteller-Packs. Sollte sich jedoch wirklich die Mehrzahl der Community für den Verzicht auf diese Inhalte entscheiden, kann man ganz leicht aufs Maul fliegen. Ich bin auf jeden Fall gespannt wohin uns das alles dieses Jahr führt, und wann sich das nächste Spiel ein Preis-Fauxpas erlaubt. cklerstudio CD Projekt Red, verantwortlich für das The Witcher-Franchise, haben vor kurzen ein sehr interessantes Statement zu diesen Thema abgegeben, darauf komme ich aber noch in einen anderen Beitrag zurück.

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Anne ist Game Design-Student und setzt sich freiberuflich mit der Videospielkultur auseinander. Neben kleineren Indie-Titeln und psychologischen Themen hat es ihr vor allem das Sci-Fi-Genre angetan. Unter @dovahkarian tweetet sie hauptsächlich Fotos von ihren Hunden.