Die unrealistische Darstellung der Frauenkörper in Videospielen

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Die unrealistische Darstellung der Frauenkörper in Videospielen

Die unrealistische Darstellung der Frauenkörper in Videospielen

Die unrealistische Darstellung der Frauenkörper in Videospielen

Die Darstellung der Frauenkörper in Videospielen war schon immer eine Sache für sich. Normalgewichtige bis dicke Frauen mit kleinen Brüsten haben in den meisten Videospielen kein hohes Ansehen. Stattdessen springen oftmals Brüste in Größe Doppel-D den Bildschirm entgegen, die Hotpants so knapp geschnitten dass man im falschen Kamerawinkel auf die Gefahr herausläuft, womöglich alles freizulegen. Dass diese Darstellung eine ungesunde Auswirkung auf die geistige und körperliche Entwicklung vieler junger Videospieler hat, ist damit bereits gesichert.  Was als ungesundes Abbild des angeblichen "Frauenstandards" beginnt, kann in den schlimmsten Fällen zu Depressionen oder auch Essstörungen wie Anorexia und Bullemie führen.

Diese Erkenntnis ist natürlich nichts Neues. Seit meinem sechsten Lebensjahr wurde mir vor Augen geführt, wie eine perfekte und schöne Frau auszusehen haben muss. Angefangen mit diversen Barbie-Modellen, weitergeführt mit Teenie-Filmen bis hin zu Internet-Werbungen die mich fragen, ob ich auch wirklich nicht die neue Diat-Pille probieren möchte, um endlich meine perfekte Bikini-Figur zu erreichen. Die Gesellschaft belastet uns mit so viel potentiellen Druck, dass einige unter diesem zusammenbrechen und sich in, wie bereits erwähnt, in Essstörungen oder andere Erkrankungen stürzen.

Dass dies eine ernstzunehmende Sache ist weiß auch die Hilfsorganisation bulimia.com, die mit ihren Beitrag über die Darstellung weiblicher Videospielcharaktere auf das verschobene Weltbild einer Frau hinweist.

"Some gaming studios boast their hyper-realistic lighting techniques, touting natural cloud movements as the latest features of their games. And with that kind of attention to detail, it makes us wonder, why can’t they accurately portray the female body?" - bulimia.com

 

Mit einer Reihe von gephotoshoppten Aufnahmen verschiedener beliebter Charaktere wollen sie klar machen, wie falsch und künstlich einige Darstellungen der Frauen sind. Die veränderten Bilder beziehen sich hierbei auf den offizielen Durchschnitt amerikanischer Frauen. Die Unterschiede sind schockierend.

Guckt man sich die Charaktere und deren realistische Version an, fällt auf wie stark sich die Darstellungen von der Wirklichkeit abgrenzen. Taillen werden um die Hälfte reduziert, sind teilweise fast genauso schmal wie der Hals. Teile einiger Rippen scheinen komplett zu fehlen. Viele dieser Frauen würden im echten Leben höchstwahrscheinlich einfach in sich zusammenfallen und sterben.

Da wir uns hier im Internet befinden, einem anonymen Ort wo jeder (meist) ohne Konsequenzen seine Meinung kund geben darf, hagelte es natürlich massig Kritik an die Verantwortlichen der ge-photoshoppten Bilder. Interessant hierbei: Der Großteil davon bestand aus einem männlichen Publikum.

So warf man unter den Artikeln den verantwortlichen vor, das genaue Gegenteil zu bewirken. "Also sind sportliche Frauen unrealistisch?"  "Wow, dünne Frauen gibt es also nicht, super Message." Kommentare wie diese sind übrigens mal wieder ein super Beweis dafür, dass nicht jedes Kind im Mutterbauch ausreichend Sauerstoff  in das Hirn bekommt. Einer Organisation die sich mit Essstörungen und deren Opfern beschäftigt vorzuwerfen sie würden eine Gruppe von Frauen diskriminieren ist selbst für das Internet lächerlich. Hier geht es ganz klar um die Diversität in den weiblichen Charakteren, nicht um das ausmerzen einer Gruppe, um dann genau dasselbe mit der nächsten zu tun.

Das Argument "Wieso, ich bin doch auch ganz normal aufgewachsen" zu benutzen ist übrigens gleichermaßen hirnrissig, da jedes Hirn erwiesenermaßen anders funktioniert. So habe auch ich mich nie von dem Medienbild der Frau beeinflussen lassen, kenne jedoch eine Vielzahl von Frauen, die noch immer mit sich und ihrem Selbstbild zu kämpfen haben. Dass dies durch Videospiele, einem Hobby was ich fast vom Geburt an liebe und dem ich einen Großteil meiner Zeit widme entstehen kann, stimmt mich traurig. Erfreulich ist hingegen, dass viele große Videospielkonzerne wie Blizzard bereits mit dem realen Frauenbild nachziehen und nun für eine größere Vielfalt in der Spieleindustrie sorgen. Bitte mehr davon!

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Anne ist Game Design-Student und setzt sich freiberuflich mit der Videospielkultur auseinander. Neben kleineren Indie-Titeln und psychologischen Themen hat es ihr vor allem das Sci-Fi-Genre angetan. Unter @dovahkarian tweetet sie hauptsächlich Fotos von ihren Hunden.