Into The Breach

Into The Breach wird am Erfolg von FTL: Faster Than Light gemessen. Wir verraten euch in unserer Kritik, warum das Spiel keinesfalls im Schatten seines Vorgängers steht.

Ein pixeliges Pacific Rim: Das war mein erster Gedanke als ich die riesigen Mechs sah, die wir in Into The Breach steuern. Nachdem insektenartige Kreaturen unsere Welt zerstörten, reisen wir zusammen mit einem dreiteiligen Squad in der Zeit zurück, um unsere Welt vor dem Untergang zu bewahren. Auf einem acht mal acht Kacheln großen Feld bieten wir uns spannende Schlachten gegen die sogenannten Vek. Unser Ziel ist es innerhalb von fünf Runden unser Power-Grid vor gegnerischen Angriffen zu bewahren. Das Grid steht für den Status der Gebäude und ist gleichzeitig eine Art Gesundheitsbalken. Zerstört ein Gegner eines der Gebäude, nehmen wir Schaden und das alles überträgt sich auf die folgenden Schlachten im aktuellen Spieldurchlauf.

Into The Breach[shariff]

Fällt das Grid komplett aus müssen wir erneut in der Zeit zurückreisen - dabei gehen sämtliche Fähigkeiten und Upgrades, die wir uns zuvor erspielt haben, verloren. Neben der Erhaltung des Power-Grids sind auch die Bonusaufgaben wichtig, da uns die mit wichtigen Reaktorkernen (die wir wiederum zum Aufrüsten brauchen) versorgen oder auch zusätzliche Energie für unser Grid bereitstellen. Das Entwicklerstudio setzt also, wie zuvor bei FTL: Faster Than Light, auf eine Mischung aus Strategie, Rollenspiel und Roguelike-Komponenten.

Into The Breach

Die vier Inseln werden in einzelne Sektoren unterteilt und wenn wir genügend Areale vor den Vek gerettet haben geht es in den ''Endkampf'' der Insel. Im Anschluss daran investieren wir gewonnene Reputation für Fähigkeiten und Upgrades. Haben wir zwei der vier Inseln erfolgreich erobert, erhalten wir Zugriff zum finalen Kampf-Gebiet, in dem wir den Vek ein für alle Mal ein Ende bereiten. Zumindest so lange bis wir im Anschluss einen neuen Spieldurchlauf starten und alles von vorne beginnt. Der Ablauf ist also recht linear und auch die Rahmenhandlung bleibt trotz liebevollen Zwischensequenzen recht vage. Doch das soll uns nicht weiter stören, denn das Herzstück des Spiels liegt in den Kämpfen.

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Ich muss gestehen, ich habe noch nie FTL: Faster Than Light gespielt. Darüber hinaus bin ich als Strategiespielein ziemlich miserabel und Gegner besiegen mich meist innerhalb weniger Züge. Into The Breach schaffte es jedoch, dass selbst ein Genreneuling wie ich das Zugang zur Taktik erhält. Das liegt vor allem daran, dass wir pro Schlacht einmal die Möglichkeit haben unseren gesamten Zug zurückzusetzen und auch die einzelnen Aktionen unserer Mechs können wir manchmal rückgängig machen. Dazu kommt, dass wir jeden Schritt unserer Gegner voraussehen können und somit keine bösen Überraschungen erhalten. Das alles mag im ersten Moment wie Betrug wirken, schließlich nimmt das etwas die Spannung, da wir jeden Zug unseres Gegners voraussehen können. Doch genau das ist für mich eine Stärke: Subset Games interessiert sich nicht dafür, wie wir unsere Gegner abschlachten, sondern lässt uns mit den unterschiedlichen Möglichkeiten Spaß haben. Statt Zugzwang und Perfektion gilt Unterhaltung und Einfallsreichtum.

Dadurch gibt es auch keinerlei Konsequenzen, wenn sich am Ende unseres fünften Spielzuges noch Gegner auf dem Feld befinden. Der eigentliche Reiz von Into The Breach befindet sich in den bereits erwähnten umfangreichen Anpassungsmöglichkeiten. Diese bestehen aus insgesamt acht verschiedenen Squads, 13 auswählbaren Piloten (die die Mechs steuern), sowie aktive und passive Fähigkeiten, die wir uns durch die Reputation erkaufen können.

Die Squads unterscheiden sich nicht nur in ihrem Aussehen maßgeblich voneinander. Während ein Mech des Blitzkrieg-Squads unsere Gegner mit einer Elektro-Peitsche aufmischt, setzen die Rusting Hulks vor allem auf Raketen. Zu Beginn des Spiels steht uns jedoch lediglich ein Squad, die Rift Walkers, zur Verfügung. Die sieben anderen können wir mit Hilfe von Münzen, die wir durch das Erfüllen von Herausforderungen erhalten, freischalten. Sind wir mit unseren drei ausgewählten Mechs erst einmal auf einer Insel angekommen, präsentiert uns Into The Breach spektakuläre Kämpfe, die uns für mehrere Spieldurchläufe an den Stuhl fesseln.

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Into The Breach

Schieben, blockieren, manipulieren; das ist die Essenz des Kampfes von Into The Breach. Mit einer großen Auswahl von Fähigkeiten bieten sich viele Möglichkeiten, wie wir die Vek ausschalten können. Im ersten Moment scheint es naheliegend den Insektoiden einfach mit einer Rakete zu töten. Doch wie wäre es, wenn wir ihn stattdessen mit einem Steinschlag auf das danebenliegende (Minen-)Feld verschieben, um ihn dort explodieren lassen, was seinen Verbündeten mit in den Tod reißt? Oder wir verändern mit Hilfe unserer Fähigkeiten die Angriffsrichtung, sodass die Attacke eines Gegners einen Damm trifft, was umliegende Areale überflutet und die Feinde ertränkt. Es ist unglaublich wie ausgeklügelt die einzelnen Mechaniken miteinander korrespondieren und uns in fast jedem Kampf neue Möglichkeiten präsentieren. Um das wahre Potential der einzelnen Mechs und ihrer Fähigkeiten zu erkennen, solltet ihr euch also für jeden Zug genügend Zeit nehmen.

Into The Breach ist sehr nachsichtig mit uns. Wir bekommen die Chance unsere Fehler rückgängig zu machen, erhalten einen Eindruck auf die Konsequenzen eigener Aktionen und haben sogar einen Überblick der gegnerischen Angriffe. Nichtsdestotrotz sind die Vek ernstzunehmende Gegner, die jeden Flüchtigkeitsfehler erbarmungslos gegen uns einsetzen und somit schnell den aktuellen Spieldurchlauf durch das Zerstören des Power-Grids beenden können. Subset Games zwingt uns deshalb dazu jeden einzelnen Schritt unserer Roboter genauestens zu durchdenken, um das Meiste herauszuholen. Die knappen Schlachten, die wir in unseren Spieldurchläufen erleben, erweisen sich immer wieder als neue Herausforderung, die dank der Diversität niemals langweilig werden.

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Anne ist Game Design-Student und setzt sich freiberuflich mit der Videospielkultur auseinander. Neben kleineren Indie-Titeln und psychologischen Themen hat es ihr vor allem das Sci-Fi-Genre angetan. Unter @azarnecke tweetet sie hauptsächlich Fotos von ihren Hunden.