Layers of Fear

Layers of Fear – Zwischen Wahnsinn und Genialität

Die Mächte des Wahnsinns

Es zeigt sich immer wieder, was P.T. Silent Hills für einen starken Eindruck in der Horrorspiel-Sparte hinterlassen hat. Neben dem indirekten Nachfolger Allison Road, wagt sich nun auch das Entwicklerstudio "Bloober Team" heran und steckt uns in die Rolle eines wahnsinnig werdenden Künstlers.

psychedelische Reise in eine bröckelnde Psyche

Wir kennen weder Namen noch Hintergrund unseres Charakters, der uns als Künstler vorgestellt wird und sich immer mehr dem Wahnsinn hingibt. In einem fast schon Labyrinth-artigen Haus ist es das Ziel, sein Meisterwerk zu vollenden. Der Spieler wandert also durch das gemütliche Haus, um die benötigten Materialien für die Fertigstellung zu besorgen. Das das alles nur halb so fröhlich abläuft wie es sich zuerst anhört, lässt sich bereits durch den Bezug zum (leider abgesagten) Silent Hills erahnen. Statt dem beliebten Spiel blind nachzueifern, verbindet Layers of Fear jedoch einzelne Aspekte Silent Hills mit dem eigenen Stil und kreiert eine originelle, mehr als erdrückende Stimmung.

"Es gibt keine direkte Antwort, was dem Protagonisten fehlt. Er könnte Alkoholiker sein oder von einem schrecklichen Perfektionismus besessen sein. Man könnte es genauso gut mit einer Geisteskrankheit zu tun haben. Das Spiel beschäftigt sich nicht direkt mit der Ursache seines Zustands oder wie man diesen wieder normalisieren kann. Es ist die tragische Geschichte eines Menschen, dessen Leben durch schwere Schicksalsschläge gezeichnet wurde. Layers of Fear zeigt den Versuch, diese schwere Vergangenheit zu bewältigen." so Rafał Basaj von Bloober Team

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Das Studio behandelt also nicht direkt die Ursache des immer stärker werdenden Wahnsinns, sondern setzt den Fokus darauf, den Spieler in diese Welt zu ziehen. Und das funktioniert mehr als nur gut. Während man sich am Anfang des Spiels in einem normalen, schön eingerichteten Haus befindet, kippt die Stimmung in der nächsten halben Stunde bereits. Türen knallen zu, ein leises Flüstern macht sich auf den Kopfhörern bemerkbar. Ich gehe durch einen langen Flur, auf eine Tür zu. Nachdem ich feststelle, dass diese verschlossen ist drehe ich mich um, um einen anderen Weg zu finden. Und plötzlich stehe ich in einem völlig anderen Raum.

Layers of Fear

Türen verschwinden hinter dem Rücken des Spielers, andere Tauchen beim nächsten Kameraschwenk direkt vor der Nase auf. Nicht nur der Künstler gibt sich dem Wahnsinn hin, auch ich zweifle langsam an meinem (sowieso schon sehr eingestaubten) Gedächtnis. Hing das Gemälde schon die ganze Zeit da? Warte, hat es mich gerade angestarrt?

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Je mehr Zeit ich in Layers of Fear verbringe, umso mehr Angstschweiß sammelt sich auf meiner Stirn. Der nun klar erkennbare Wahnsinn droht unseren Künstler zu verschlingen und zieht ihn in immer tiefer und düster werdende Illusionen. Unterlegt mit klassischer Musik erfahren wir Stück für Stück mehr über das tragische Schicksal des Künstlers und immer weiter geht es in die dunkle Psyche des gebrochenen Mannes. Das Spiel stellt Horror dar, wie es sein sollte. Unterschwellig, anfangs noch kaum wahrnehmbar, mit der Zeit jedoch immer weiter zunehmend. Es ist nicht einmal die Tatsache, dass mich eine verstörend zuckende, weinende Frau (die stark an Silent Hills' Lisa erinnert) verfolgt und mir einen eiskalten Schauer über den Rücken jagt. Es ist der wahre Horror, der Gedanke daran, wahnsinnig zu werden. War ich in diesem Raum bereits? War da nicht eben noch eine Tür?

Layers of Fear

LAYERS OF FEAR – Der manische Künstler

Mit psychodelischen Eindrücken und interessanten Ideen das Gameplay aufzulockern, lädt uns "Layer of Fear" in den Verstand eines manischen Künstlers...

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Anne ist Game Design-Student und setzt sich freiberuflich mit der Videospielkultur auseinander. Neben kleineren Indie-Titeln und psychologischen Themen hat es ihr vor allem das Sci-Fi-Genre angetan. Unter @azarnecke tweetet sie hauptsächlich Fotos von ihren Hunden.