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OBACHT! LUMPENPACK:Hipster verderben alles

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Kate Beaton ist eine kanadische Comic-Autorin und ehemalige Geschichtsstudentin. Als großer Fan sowohl von Geschichte als auch von Comics hatte sie die Idee: Why not both?

OBACHT! LUMPENPACKGeschichtlicher Humor – eine heikle Sache

Obacht! Lumpenpack macht das, was ich mir damals in der Schule oftmals wünschte: Es vereint Geschichte mit Humor. Würde ich in einem unserer Ministerien sitzen, würde ich so einiges ändern. Zum Beispiel würde ich erst einmal eine Hundepflicht einführen. Viel wichtiger wäre mir aber der richtige Umgang mit unserer Geschichte. Warum muss Geschichte immer so lahm und trocken vermittelt werden, dass man in dieser Zeit den versäumten Schlaf der letzten Nacht nachholen möchte? Es wird viel zu sehr Wert darauf gelegt, ein detailliertes Bild unserer Geschichte zu schaffen, anstatt das Thema der Person auf der Schulbank ein bisschen schmackhaft zu machen. Statt mit erhobenem Zeigefinger zu lehren, sollte ein bisschen Witz reingebracht werden (und das bitte nicht nur bei Geschichte). Derselben Ansicht ist die kanadische Autorin. Nach einem abgeschlossenen Geschichtsstudium und mehreren Jahren Arbeit in verschiedensten Museen kommt sie zu dem Schluss: ein lachender Museumsbesucher lässt sich viel leichter begeistern. Hier gewinnt also Humor vor Seriosität.OBACHT! LUMPENPACK

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Ihr Erfolg spricht für sich. 2011 und 2012 gewann sie insgesamt vier Awards für ihren Webcomic Hark! A Vagrant (Obacht! Lumpenpack). Nun wurde ein Buch mit einer Auswahl ihrer Comics im Zwerchfell Verlag veröffentlicht und ins Deutsche übersetzt. Das Buch beinhaltet sämtliche Comic-Strips, pro Seite jeweils drei bis vier Stück. Es geht um alte Bekannte der Geschichte und unsere heutige Gesellschaft. Das Ergebnis ist nicht nur sehr amüsant, sondern auch eine stimmige Sozialkritik an unserer heutigen Zeit. Vom Hipster-Bataillon im zweiten Weltkrieg bis hin zu bezirzenden Sirenen mit Duckface. Jules Verne schreibt Edgar Allan Poe einen Fanbrief mit einem selbstgemalten Bild der beiden und der Bildunterschrift „Bros“. Von Fanfiction und Duckface bis hin zu rauchenden Hipstern fängt Kate viele Impressionen der heutigen Zeit ein und verbindet diese
mit der Vergangenheit.

Obacht! Lumpenpack (ver)packt geschichtliches Wissen intelligent in unsere heutige Gesellschaft mit all ihren Macken und Napoleon oder Jules Verne kämpfen mit den Hürden der Neuzeit. Bei all dem bleibt Kate Beaton jedoch immer den geschichtlichen Fakten treu. Jules Vernes schrieb also tatsächlich einen Fanbrief an Edgar Allan Poe. Und vielleicht, ja, ganz vielleicht… findet man ja irgendwann ein Bild der beiden. Der Titel: „Bros“.

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Anne ist Game Design-Student und setzt sich freiberuflich mit der Videospielkultur auseinander. Neben kleineren Indie-Titeln und psychologischen Themen hat es ihr vor allem das Sci-Fi-Genre angetan. Unter @azarnecke tweetet sie hauptsächlich Fotos von ihren Hunden.