X-Men: Apocalypse

X-MEN: APOCALYPSE und die neue Ära der Mutanten

x-men-apocalypse-xplorerMit den verheerend niedrigen Einnahmen von Batman V. Superman: Dawn of Justice und der weitestgehend negativen Kritik sowohl von Presse als auch Fans, zeigte sie das Ergebnis der Todernsten Superhelden-Verfilmungen. Als Beispiel dafür diente Deadpool, mit dem Fox einen massiven Erfolg feierte und nur wenige Wochen später einen zweiten Teil ankündigten. Für viele schlug der Film eine völlig neue Richtung des Superhelden-Genres ein, eine lockere und humorvollere. Bryan Singer's X-Men: Apocalypse lernt jedoch nicht aus alten Fehlern, und droht in die selbe triste, Actionbeladene Richtung einzuschlagen.

1983, Kairo. Nach Hunderten von Jahren decken Fanatiker das Grab des unsterblichen Apocalypse (Oscar Isaac) auf, und beschwören diesen zurück in unsere Welt. Nachdem dieser seine Kräfte zurückerlangt und die Ausmaße der Gottlosen Gesellschaft beobachtet, beschließt dieser die Menschheit zu vernichten und aus den Überresten dieser, sein neues Reich zu errichten.

Der Film startet mit den einzelnen Standpunkten der altbekannten X-Men und gibt einen kurzen Einblick, was diese in den vergangenen Jahren getan haben. Charles Xavier (James McAvoy) leitet seine eigene Schule für junge Mutanten, Mystique (Jennifer Lawrence) reist umher und hilft gefährdeten Mutanten, Magneto (James McAvoy) lebt unter falschen Namen in Polen mit seiner Frau und Tochter.

Zu den altbekannten Gesichtern kommen jedoch auch einige neue, um die es sich vorwiegend im neusten Film aus dem X-Men Universum drehen soll. Scott Summers (Mud Tye Sheridan) und Jean Grey (Sophie Turner) sind neu an Xavier's Schule für junge Mutanten, und kämpfen dabei ihre neu gewonnenen Kräfte zu beherrschen.

xplorer-neue-mutanten-x-menGifts can be curses

Die Welt der X-Men ist noch immer feindlich gegenüber den übermenschlichen Mutanten und lässt diese am Rande der Gesellschaft liegen. Während Charles Xavier die inspirierende Rolle in der Welt der X-Men übernimmt, bekommt Magneto zu spüren wie stark die Wand zwischen Mensch und Mutant wirklich ist, als seine Frau und Kind in einer gescheiterten Festnahme ums Leben kommen. Bryan Singer nimmt die aufgestaute Wut und die Frustration Magneto's, um ihn auf die Seite von Apocalypse zu bringen. Dieser rüstet sich für die Zerstörung der Welt, und kreiert seine eigenen vier apokalyptischen Reiter, bestehend aus Magneto, Storm (Alexandra Shipp), Angel (Ben Hardy) und Psylocke (Olivia Munn). Mit X-Men Apocalypse stellt man eine Reihe neuer Charakter vor die viel Freiraum und Kreativität in den Film bringen könnten, würde man diese nur lassen.

storm-x-men-apocalypseDenn tatsächlich liegt der Fokus stets auf der Zerstörungswut. Mehrmals beobachten wir, wie Apocalypse seine Kraft einsetzt um Stadtteile zu zerstören. Magneto nutzt seine Kraft um tief in der Erde verstecktes Metall zu bergen und reißt somit ganze Gebiete auseinander. Kurz nach Vorstellung der jeweiligen Charakter ist die Interaktion und Einführung auch schon vorbei. Statt die einzelnen Facetten interessanter Mutanten wie dem stark katholischen Nightcrawler (Kodi Smit-McPhee) oder Jean Greys Kampf mit ihrer Superkraft zu zeigen, werden diese als frustrierte, wütende Figuren gezeigt die ohne jegliche Motivation die Welt vor der Zerstörung retten. Beispiel hierfür ist die Geschichte von Storm, die in wenigen Kameraschnitten erzählt wird. Als Straßendiebin wird diese vom mächtigen Apocalypto aufgeschnappt. Als großer Fan von Mystique möchte diese für die Rechte der Mutanten kämpfen und zeigt sich generell als junge, unschuldige Mutantin, die ihre mächtige Kraft für das stehlen von Essen benutzt. Nach einer kurzen Konfrontation berührt der mächtige Apocalypse lediglich die junge Mutantin und gibt dieser einen Teil seiner Kraft, und schon wird jegliche Moral der Diebin zur Seite gelegt. Ähnlich gestalten sich die Hintergründe von Psylocke und Angel, es scheint nur Magneto habe einen tatsächlichen Hintergrund, weshalb sich dieser den blauen Mutanten anschließt.

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Fazit

x-men-apocalypse-review-xplorerSuperhelden-Verfilmungen haben ein großes Problem: Sie sind lächerlich ernst. X-Men: Apocalypse stellt sowohl neue als auch alte Mutanten oftmals als eintönige Charakter da, die lediglich von der Frustration und Wut gegenüber der radikalen Gesellschaft leben. Es gibt nur wenige Momente in denen Figuren wie Beast (Nicholas Houlton) und Nightcrawler interagieren, oder generell eine Verbindung zwischen den neuen und alten Mutanten hergestellt wird. Mystique, Beast, Charles Xavier, Jean Grey und Scott Summers stellen sich allesamt gegen die bösen Mächte die die Menschheit bedrohen, auf der Leinwand wirkt das Ganze jedoch eher wie einzelne Konflikte, statt die Mutanten wie ein echtes Team interagieren zu lassen. Auch der Cameo Auftritt von Wolverine (Hugh Jackman) wirkt wenig bedeutend, auch wenn dieser für einen kurzen Moment einen Einblick in seine Verbindung zu Jean Grey preisgibt.

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Anne ist Game Design-Student und setzt sich freiberuflich mit der Videospielkultur auseinander. Neben kleineren Indie-Titeln und psychologischen Themen hat es ihr vor allem das Sci-Fi-Genre angetan. Unter @azarnecke tweetet sie hauptsächlich Fotos von ihren Hunden.